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Let the sunshine in: Mit Lucy, dem Sonnenroboter

von Sönke Jahn

Ein Sonnenroboter namens Lucy soll getankte Sonnenenergie in Strom umwandeln können. Ein interessanter Kickstarter aus Italien.


Lucy ist eine bauchige Kugel, 30 Zentimeter im Durchmesser, ein 2,5 Kilo schweres Goldfischglas mit einem intelligent aufgehängten, schwenkbaren Spiegel innen drin, der sich robotergesteuert bei Tag immer nach der Sonne ausrichten soll und das Sonnenlicht dann wie ein kleiner Scheinwerfer in die dafür vorgegebene Richtung beamt. Und zwar laut Hersteller genug davon, um einen 25 Quadratmeter großen Raum zu beleuchten.

An die Steckdose muss Lucy dafür nicht, denn der Steuerroboter funktioniert mit – Logisch! – Sonnenenergie und lädt seine Akkus damit selbständig auf.

Erleuchtung während Depression

Erdacht wurde Lucy, die Lichtquelle, von der Römerin Diva Tommei. Und zwar nach eigenen Angaben während einer Winterdepression. Und tatsächlich ist eine Lichttherapie eine der möglichen Behandlungsformen dieser tückischen emotionalen Störung. Hier stellt sie ihre Erfindung vor: 

Die Frage aber, ob Lucy auch an dunklen Tagen funktioniert, muss hier leider unbeantwortet bleiben. Denn ein Testgerät gibt es leider noch nicht. Nur Berichte von Messen und Veranstaltungen, auf denen ein funktionierender Prototyp des Sonnenstrahlers vorgestellt wurde.

Erfinderin Diva Tommei gründete unterdessen die Firma Solenica, die Lucy produzieren will und mittlerweile Vorbestellungen entgegen nimmt. Immerhin wurde ihre Firma im Juni vom amerikanischen Chip-Hersteller Qualcomm als eines von zehn internationalen Startups in dessen »Robotic Accelerator«-Programm aufgenommen, in dem die Kandidaten vier Monate lang nicht nur logistisch und mit Firmen-Know-how unterstützt werden, sondern auch finanziell: mit 120.000 Dollar, für die die Geförderten allerdings Anteile an ihren Firmen herausrücken müssen.

Sonnenroboter Lucy nach Hause holen?

Lange Rede, kurzer Sinn: Auch der Autor dieser Zeilen hat zwei, drei dunkle Ecken in seiner Wohnung, die an heißen Sommertagen zwar herrlich kühl bleiben, die er aber dennoch liebend gern mit natürlichem Sonnenlicht beleuchtet sehen würde.

Er zögert aber, diese Zauberkugel bereits jetzt zum Preis von 199 Dollar plus Versand und sicherlich auch Steuern auf der Solenica-WebSite vorzubestellen. Dabei verunsichert ihn nicht so sehr, dass Lucy erst ab April 2016 ausgeliefert werden soll, sondern eher die knallharten Geschäftsbedingungen. Zwar würde er gegenüber dem angekündigten Endpreis von 300 Dollar ein Schnäppchen machen, das Geld aber wird sofort von der Kreditkarte abgebucht. Eine Rückerstattung ist erst vorgesehen, wenn Lucy nicht spätestens ein Jahr später ausgeliefert werden kann, ohne dass es »vertretbare Gründe« für die Verzögerung gibt.

Warten wir also bis April nächstes Jahr.
Vorher können wir Lucy sowieso nicht die Sonne hineinlassen lassen.

Aktualisiert Juni 2016: Der Autor war gut beraten abzuwarten: Lucy ist noch nicht auf dem Markt und derzeit auch nicht vorzubestellen. Updates werden aber weiterhin regelmäßig im Solenica-Blog veröffentlicht. Dranbleiben könnte weiterhin lohnen.

Fotos: © Solenica

Artikel vom   26. August 2015
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