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Lenovo Yoga Book: Das Tablet mit gewissen Extras

vonChristian Zeiser

Rechteckig, flach, schlicht: Die meisten Tablets ähneln sich sehr. Etwas wirklich Neues dagegen bietet das Lenovo Yoga Book: Es ist mit gewissen Extras ausgestattet, die richtig Spaß machen.

Das Lenovo Yoga Book ist ein Tablet, mit dem man auf Papier schreiben und zeichnen kann. Richtig gelesen. Dem Tablet liegt ein Stylus-Stift bei, dessen Spitze gegen eine Zeichenmine ausgetauscht werden kann. Damit kann man auf einem Blatt Papier Notizen oder Zeichnungen anfertigen und diese direkt auf das Display des Yoga Books übertragen. Was das soll? Nicht nur Kreative werden sich über diese Möglichkeit freuen, denn auf Papier zeichnet es sich immer noch anders und meist besser als auf einem Grafiktablett oder Display. Auch alle, zu deren Alltag Meetings oder Vorlesungen gehören, werden bestätigen: Notizen werden dort zumeist auf Papier gemacht. Mit einem daneben liegenden Yoga Book werden diese sogleich digitalisiert und archiviert. Die dazugehörige App Note Saver erlaubt die Auswahl von Farbe und weiteren Optionen. Vor allem Studenten werden es lieben, ihre Notizen künftig im Tablet zu speichern, statt alles immer abzuheften – oder sie neben dem Abheften zusätzlich digital parat zu haben, wo immer sie auch sind, zumal der Akku locker einen ganzen Arbeits- oder Unitag durchhält.

Tastatur des Lenovo Yoga Book zum Auf-, Um- oder Wegklappen

Das Yoga Book heißt so, weil es sich verrenkt. Genauer: Es besteht aus dem Touch-Display sowie einer über Scharniere verbundenen Eingabefläche, die sich auf Wunsch in eine Tastatur verwandelt. Halo-Keyboard nennt Lenovo diese Technologie, da die Tasten auf der Unterlage wie kleine Heiligenscheine schimmernd hervortreten. Das Schreiben auf ihnen funktioniert erstaunlich gut: Dieser Text ist vollständig auf der Halo-Tastatur geschrieben. Zugegeben: Mit einer echten Tastatur hält das Halo nicht mit, es fehlt die Fühlbarkeit der Tasten für das blinde Schreiben. Das haptische Feedback besteht in einer kurzen Vibration, wobei das ganze Yoga Book kurz zuckt und das Geräusch sich auf den Tisch überträgt, was dann doch nervt. Also bleibt diese Option besser ausgeschaltet. Dennoch: Deutlich besser als die übliche Android-Bildschirmtastatur, die den halben Schirm zudeckt, ist diese Lösung allemal. Alternativ dient die Fläche als Grafiktablett zum Zeichnen mit dem Stylus. Wird sie gerade nicht benötigt, lässt sich die Tastatur nach hinten wegklappen und das Yoga Book wird zum echten Tablet.

Android mit Fenstern: Links Mail, rechts Youtube

Wer einmal den Vollbild-Modus des Yoga Book verlässt und in den Fenstermodus wechselt, fragt sich unweigerlich: Warum machen das nicht alle so? Endlich ist es möglich, Fenster mehrerer Programme gleichzeitig sichtbar zu haben, nicht nur eine Oberfläche über das ganze Display. So bleiben etwa im linken Fenster die E-Mails im Blick, während rechts ein Youtube-Film läuft. Freilich setzt die Größe des Displays hier ein paar Grenzen, auch unterstützen nicht alle Apps diesen Modus, und die Größe der Fenster ist nicht änderbar. Trotzdem: Für den gelegentlichen Einsatz unterwegs wird es zu einer echten Alternative zum deutlich schwereren Klapp-PC. Zumal das Yoga Book für 100 Euro Aufpreis auch mit Windows 10 als Betriebssystem erhältlich ist. Damit steht die komplette gewohnte Arbeitsumgebung zur Verfügung, etwa mit Microsoft Windows, Firefox und allen anderen verbreiteten Programmen – auf einem Tablet-PC. Wer nicht gerade Videoschnitt betreibt, wird mit der Leistung der Windows-Version vollkommen zufrieden sein.

Fazit

Nach mittlerweile mehrwöchigem Test hat sich der erste Eindruck verfestigt: Das Yoga Book ist nicht nur ein ernsthafter Konkurrent für die großen Namen der Tablet-Branche, es ist das momentan interessanteste Android- oder Windows-Tablet auf dem Markt. Seine Preise ab 499 Euro sind dazu noch äußerst fair.

Artikelvom  22. Dezember 2016
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