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Ganz schön viele Wege führen zum Smart TV

von Rob Vegas

Fernseher sind in der Vergangenheit einfache Geräte gewesen. Einfach an den Strom hängen, TV-Signal anlegen und mit der Fernbedienung durch die Programme zappen. Diese Zeiten sind vorbei, denn Streaminganbieter, Mediatheken und Internet müssen auf den großen Schirm. Nur wie kommt man selbst zum Smart TV? Aktuell führen viele Wege nach Rom.

Smart TV – was bringt's?

Unter diesem Oberbegriff handeln die Hersteller ihre smarten Fernsehgeräte aktuell. Dabei gibt es aber große Unterschiede zwischen den Geräten und Betriebssystemen. Manche Hersteller haben eigene Betriebssysteme entwickelt, andere Marken wie Philips setzen auf Android von Google und LG nutzt zum Beispiel ein System namens WebOS. Das muss einem Kunden im Detail nichts sagen, aber bei Android hätte man so auch Zugriff auf die vielen Apps aus dem Google Playstore. Ein Betriebssystem beschreibt damit den Funktionsumfang von einem Gerät. Vor allem aber sollte man als Kunde darauf achten, ob ein Hersteller Updates für dieses Betriebssystem anbietet und das TV-Gerät damit immer auf dem neuesten Stand hält. Ansonsten hat man einen smarten Fernseher gekauft, welcher in ein paar Jahren vielleicht gar nicht mehr so smart ist. Hat man dagegen viele Geräte von Apple im Haushalt, so kann man auf einen Smart TV fast komplett verzichten und sollte die eigene Apple TV Box an einen Flachbildfernseher hängen, weil Apple hier wieder einmal sein eigenes Süppchen kocht.

Die Schwächen bei Smart TV

Viele Kunden wollen sich zum Beispiel auch einmal im Wohnzimmer das Internet auf dem großen TV-Bildschirm anzeigen lassen. Manch ein Smart TV bietet dazu einen integrierten Browser. Nur habe ich es selbst schon bei teuren Markengeräten für mehr als 2000 Euro erlebt, dass eben dieser Browser von vielen Webseiten als mobiler Browser erkannt wird. So erhält man dann auf seinem großen 50 Zoll Bildschirm nur die mobile Variante der Webseite angezeigt. Die muss man dann auch noch mit einer fummeligen TV-Fernbedienung ansteuern. Das macht wirklich keinen großen Spaß, wenn man die Buchstaben über die Ziffern auf der Fernbedienung der Reihe nach eingeben muss. Hat mein neuer Smart TV also vielleicht auch eine Bluetooth-Schnittstelle für eine drahtlose Tastatur? Gibt es gar die Möglichkeit zusätzlich eine Maus anzuschließen? Wie gut ist die verbaute Spracherkennung beim Fernseher? Wie überladen ist die Fernbedienung zum TV-Gerät? Diese kleinen Details gilt es beim Kauf zu beachten, denn ansonsten kann ein smartes TV System auch schnell im Alltag nerven. Bei Smart TVs auf Basis von Android lässt sich meist einfach der Inhalt vom Tablet mit nur wenigen Klicks auf dem großen TV-Bildschirm anzeigen. So macht dann selbst eBay im Wohnzimmer Spaß.

Welche Apps beherrscht mein Smart TV?

Samsung setzt bei seinen neuen TV-Geräten auf das eigene Betriebssystem Tizen. Doch auch Samsung bietet die Apps von Amazon und Netflix mit seinem System an. Hier muss ich mir als Kunde über meine eigenen Wünsche an das Programm Gedanken machen. Will ich die vielen Mediatheken der TV-Sender über Apps nutzen? Benötige ich Zugang zu 4k-Inhalten aus dem Netz? Wie gut integriert ist die App von Netflix auf diesem TV-Gerät? Lässt es sich schnell durch die Filmdatenbanken blättern, oder ist die App dazu eher träge, weil sie über einen Browser realisiert worden ist? Die Unterschiede bei der Nutzung sind hier teilweise immens. Dazu kommen dann auch noch die anderen Apps und Spiele, welche mittlerweile auch für TV-Geräte optimiert worden sind. Will ich meinen Smart TV für kleine Spieleinheiten nutzen? Gibt es die Möglichkeit Spielecontroller via Bluetooth mit dem Fernseher zu koppeln? Wie breit ist überhaupt das Angebot an Apps im Store des jeweiligen Herstellers? Smart TVs sind oft ein wenig teurer in der Anschaffung, weil sie viele Features bieten. Mitunter lohnt es sich aber einen Fernseher ohne smarten Features zu kaufen, den man dann erst nachträglich dank der HDMI-Buchse über eine kleine Box smart macht.

Amazon FireTV, Google Chromecast und Apple TV

Auch Amazon, Google und Apple haben den großen Markt für sich entdeckt. Sie bieten HDMI-Sticks und Streamingboxen an, welche man an jeden Fernseher mit HDMI-Schnittstelle nachträglich andocken kann. Schon für ca. 30 Euro macht man so aus einem gewöhnlichen TV-Gerät einen Smart TV mit lauter Apps und Mediatheken. Dank kleiner Halterungen kann man diese kleinen Boxen sogar fast unsichtbar auf der Rückseite eines Fernsehers verstecken. Auch Spielekonsolen lassen so ein Fernsehgerät smart werden. Über eine Sony Playstation 4 kann man ebenfalls Filme leihen und Spotify auf den Fernsehschirm bringen. Nintendo und Microsoft bieten diese Features mittlerweile ebenfalls bei ihren aktuellen Spielekonsolen an. Bei der Nintendo Wii U ist das Betriebssystem allerdings sehr träge programmiert und so machen diese Features in der Praxis kaum Spaß. Das ist auch der Unterschied zwischen einem Amazon FireTV Stick für ca. 30 Euro und der Amazon FireTV Box für ca. 100 Euro. Die verbaute Hardware ist bei der Lösung für 100 Euro einfach schneller und so flitzt man mit der Fernbedienung viel schneller durch die Menüs. Der Zeitunterschied ist dabei gering, aber dennoch täglich spürbar. Vergleichbar mit einem schlechten Sat-Receiver, welcher für das Umschalten der Programme einfach eine halbe Sekunde mehr benötigt. Das fällt einem dann jeden Tag auf.

Die neuen Schranken beim TV

Mit einem Amazon FireTV Stick kann man sich keine Filme aus dem Angebot bei Apple ausleihen. Apple gewährt einem widerum keinen Zugriff auf die Leihfilme von Amazon. Das ist das neue Spiel der Anbieter. Jeder will die Kunden mit seinem eigenen Angebot locken und Gebühren dafür berechnen. Mit welcher Lösung habe ich also Zugriff auf Netflix? Welcher Hersteller hat welche Mediatheken im Angebot und wie harmoniert mein eigenes Tablet oder Smartphone in Zukunft mit meinem smarten TV-Gerät? Amazon fährt für mich bislang die beste Strategie, weil sie viele Apps und Angebote von Fremdanbietern zulassen. Vor allem gibt es sogar schon Apps im Store bei Amazon, die das Streaming von einem iPhone/iPad/Mac auf den TV erlauben. So kann man sich einen Film bei iTunes über das Tablet ausleihen und via AirPlay auch an die Amazon FireTV Box/Stick senden. Insofern bietet hier Amazon bislang das beste Angebot zum vergleichsweise günstigen Preis. Schon für ca. 30 Euro kann man damit aus jedem Flachbildfernseher mit HDMI-Schnittstelle einen Smart TV machen. So lässt sich mitunter viel Geld sparen. Man kauft sich einen sehr guten Flachbildfernseher, investiert dann noch 30 Euro in einen Stick und schon hat man einen vollwertigen Smart TV, welcher fit für die Zukunft ist. Kommt in drei Jahren eine neue Welle an Apps und Diensten auf den Markt, so wird hier sicher auch ein neuer Stick für wenig Geld kommen. Es lohnt sich daher also den Fernseher daheim erst nachträglich mit smarten Features auszustatten. Dann bleibt er auch viele Jahre ein intelligenter Bildschirm im Wohnzimmer.

Artikel vom   09. Dezember 2016
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