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Freihändiger 3D-Druck mit dem 3Doodler

von Sönke Jahn

Mit dem Hightech-Buntstift 3Doodler lassen sich freihändig allerhand Modelle aus Plastik konstruieren. Wir haben den Stift unter die Lupe genommen.

Ein Doodle nennt man auf Englisch eine Zeichnung, die man beim Telefonieren ganz nebenbei zusammen kritzelt, sobald man einen Stift in der Hand hält. In 2D. Auf ein Blatt Papier, flacher als eine Flunder. Ein 3Doodle ist also eine Kritzelei in einer Dimension mehr: Hier malt man Dinge aus geschmolzenen Plastikfäden, die dann schraffiert in die Höhe wachsen und tatsächlich Gestalt annehmen. 

Nur: Ganz so selbstvergessen wie mit einem Kuli lässt sich mit dem 3Doodler dann doch nicht werkeln. Das 19 Zentimeter lange Gerät sieht nicht nur aus wie eine sehr, sehr dicke Zigarre, es fasst sich auch so an. Und wer nicht mindestens Handschuhgröße 7 hat, wird diesen Malkolben nur umständlich bedienen können. Für kleinere Hände empfiehlt sich daher das deutlich schlankere Nachfolgemodell 3Doodler 2.0, das voraussichtlich Ende Mai hier zu Lande erhältlich sein wird. 

Um ein Kinderspielzeug handelt es sich beim 3Doodler übrigens nicht. Denn die Stiftspitze wird bis zu 240 Grad heiß, weil die oben eingesteckten Minen aus farbigem Plastik auf diese Temperatur erhitzt werden müssen, um unten wie weich gekochte Spaghetti heraus zu quellen. Zudem empfiehlt der Hersteller den Umgang mit dem Stift aus gutem Grund nur in gut gelüfteten Räumen. Denn das geschmolzene Malmaterial erzeugt unangenehme Gerüche, die sicherlich nicht gesund sind und in geschlossenen Räumen nach einiger Zeit zu Kopfschmerzen führen können.

Betrieben wird der 3Doodler über ein Netzkabel an der Steckdose; und während des »Doodelns« muss stets einer von zwei Knöpfen knapp über der Spitze gedrückt gehalten werden. Je nachdem, ob die eingesetzte Plastikmine langsam oder etwas schneller aus dem Stift hervor quellen soll. Und leise lässt sich mit dem 3Doodler auch nicht arbeiten, dafür sorgt der eingebaute Lüfter, der bei der Arbeit recht vernehmlich vor sich hin dröhnt.

Mit etwas Übung und Zeichentalent und vor allem mit einer ruhigen Hand kommt man mit dem 3Doodler aber recht bald zu ansehnlichen Ergebnissen. Der Trick ist allerdings, den 3D-Stift einigermaßen fest auf eine Unterlage zu drücken, um mit einer Konstruktion zu beginnen. Wird er einfach schräg in die Luft gehalten, beginnt die dünne Plastiknudel beim austreten recht schnell, sich zu kringeln und ebenso schnell wieder auszuhärten.

Die Unterlage kann übrigens auch ein Blatt Papier sein, auf dem schon ein Konstruktionsplan zum nachmalen aufgedruckt ist. Diverse solcher »Stencils« lassen sich von der Herstellerseite herunter laden, etwa eine Vorlage für ein Modell des Eiffelturms. Einmal ausgehärtet lassen sich dann alle Plastikteile für dessen Bausatz recht einfach wieder vom Bauplan lösen und mit etwas Plastikschmelz verkleben. 

Der 3Doodler kostet 99,95 Euro inklusive je einem Set aus 25 farbigen Plastikstäben aus ABS- und PLA-Plastik. Nachfüllpacks mit je 25 Doodle-Stäben in bis zu 30 verschiedenen Farben sind für je 7,95 Euro erhältlich.

Bezugsquelle: getdigital.de/3Doodler.html Konstruktionspläne für 3Doodle-Projekte gibt es zum Download unter the3doodler.com/create

Fotos: © www.the3doodler.com

Artikel vom   15. Juni 2015
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