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Elektromobilität: Keine Lust auf ein Elektro-Auto?

von Franziska Wischmann

Die Deutschen haben wenig Lust auf ein Elektro-Auto. Bisher zumindest. Woran das liegt, erfahren Sie hier.

Tesla in Ehren. Aber mit Fahrzeugen dieser Preiskategorie wird E-Mobilität nie massentauglich. Trotzdem ist nicht zu übersehen: Der Weg führt offensichtlich nicht mehr an der Elektromobilität vorbei. Welches Potential liegt in der neuen Technologie? Welche Alternativen gibt es? Haben wir in Hinsicht auf den Klimaschutz überhaupt noch eine Wahl? Darüber haben wir mit führenden Forschern gesprochen.

1. Ein kurzer Faktencheck: Wo stehen wir? Warum angesichts der Klimaschutzziele 2020 ein Paradigmenwechsel stattfinden muss.

2. Interview mit dem Produktionswissenschaftler Professor Günther Schuh zum Thema bezahlbare E Mobilität.

3. Schnellladestationen: Wo bitte ist die nächste Tanke? Interview mit Dr. Jan Traenckner vom Bundersverband eMobilität.

Hohe CO2 Grenzwerte, wenig Spielraum

Das Ziel der Politiker ist ehrgeizig: Bis 2020 sollen 1 Million E-Autos in Deutschland zugelassen sein. Eigentlich müsste man „müssen“ sagen. Denn der rollende Verkehr ist auf stark befahrenen Straßen in den Städten immer noch der größte Luftverschmutzer. Das Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) in Heidelberg hat analysiert, dass von den stechend riechenden Stickoxiden, die Krankheiten wie Asthma verursachen, 72 Prozent aus Verbrennungsmotoren kommen. Von den Belastungen für das Klima ganz zu schweigen. Unter Hochdruck wird an Lösungen gearbeitet, um die geforderten Klimaziele für 2020 zu erreichen. Die Grenzwerte für den Ausstoß von Schadstoffen werden immer strenger. Neben den USA und China ist auch die EU davon betroffen. Das Klimagas CO2 muss aus den Innenstädten verschwinden, selbst wenn das bedeutet, dass diese irgendwann autofrei werden.

Kaufprämie für Elektro-Autos als Anreiz

Ein Lösungsansatz ist, verstärkt auf Elektrofahrzeuge setzen. Im Vergleich zur internationalen Konkurrenz hat sich die deutsche Autoindustrie allerdings mit deutlicher Zeitverzögerung dem Thema angenommen: Zwar hat sie inzwischen Milliarden in die Entwicklung gepumpt. Aber sie hinkt hinterher. Kein Wunder, dass der Großteil der Elektro-Modelle, die es auf dem deutschen Markt gibt, aus Asien und den USA kommen. Um den Absatz anzukurbeln, denken Politik und Industrie inzwischen über Förderungen nach und wollen mit einer kürzlich beschlossenen Kaufprämie neue Anreize schaffen.

Zu teuer, zu wenig leistungsstark, zu unsicher

Woran liegt es, dass sich nur relativ wenige Käufer bisher finden? Was sind die Beweggründe, lieber mit normalen Verbrennungsmotoren weiter zu tuckern, als mit einem Auto, das sich mit Strom speisen lässt? Befürworter der Elektromobilität führen das Phänomen auf eine katastrophale Marketingstrategie zurück: zu teuer, zu wenig leistungsstark, zu unsicher – so die gängige Meinung über E-Mobilität. Und tatsächlich würden sich die Deutschen Umfragen zufolge eher ein Hybridfahrzeug zulegen, ein batteriebetriebenes Auto, dessen Leistung mit einem Verbrennungsmotor verlängert wird (41 Prozent). Das Kaufinteresse an reinen E-Fahrzeugen liegt gerade mal bei etwas über der Hälfte (22 Prozent). Offensichtlich haben viele Deutsche noch nicht das richtige Vertrauen in die neue Technologie. Das geht beim Preis los (47 Prozent empfinden Elektrofahrzeuge als zu teuer) und hört bei der Reichweite auf. Sie liegt bekanntlich weit unter der von Verbrennungsmotoren: Von wenig wirtschaftlichen Ausnahmen einmal abgesehen, sind 130 bis 200 Kilometer drin, dann muss das Fahrzeug an die Lade. Für Eigenheimbesitzer ist das kein Problem. Sie können ihr Fahrzeug bequem über Nacht an die Steckdose hängen. Doch für den Rest bleiben nur die Schnellladestationen, wofür es allerdings noch keine flächendeckende Infrastruktur gibt. 

Spannender Lösungsansatz von Querdenkern

Viele offene Fragen und einige sehr spannende Lösungsansätze. Einer kommt von einem Professor für Produktionstechnik in Aachen. Er hat mit seiner neuen Entwicklung eines e-Fahrzeuges für rund 12000 Euro bewiesen, dass bezahlbare Elektromobilität möglich ist. Im Herbst soll das e.Go-Live auf den Markt kommen.

Hier geht es zum Interview mit Professor Dr. Günther Schuh

Hier geht es zum Interview mit Dr. Jan Traenckner

Artikel vom   01. Juli 2016
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