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Apps für Kids: Tipps von Medienpädagogen

vonLena Ingers

Apps für Kids werden immer beliebter. Medienpädagogen haben klare Empfehlungen. Wir verraten Ihnen, worauf Sie beim Kauf achten sollten!

Anfangs waren es vor allem Kinderbuchautoren und technikaffine Eltern, die die ersten Apps für Kinder herausbrachten. Mit kleinen, handgemachten Anwendungen erkundeten sie die kreativen Möglichkeiten des neuen Mediums. Heute sind Kinder-Apps ein riesiger Markt. Kinderbuchverlage und Spielzeughersteller bauen damit ihr Digitales Geschäft aus. Aber auch Verbände, Kirchen und Bildungseinrichtungen haben die Tablets als pädagogisches Werkzeug entdeckt. Das Angebot an angeblich kindgerechten Apps wird immer vielseitiger aber auch unübersichtlicher.

Einen pädagogischen Wegweiser durch den Angebotsdschungel bietet die Datenbank des Deutschen Jugendinsituts DJI. Mehr als 400 Apps für Kids haben die Medienpädagogen bisher ausführlich besprochen und nach einem vierstufigen Bewertungssystem von „sehr empfehlenswert“ bis „nicht empfehlenswert“ eingestuft.

Auch Klick-Tipps.net trägt das offizielle Siegel erfahrener Medienexpterten und bietet eine bequeme Suchmaske, mit der sich die Apps nach Altersgruppe oder Gerätetyp filtern lassen.

Was darf‘s denn sein: Lernspiel, interaktives Bilderbuch oder was für Entdecker?

Die wenigsten Kinder-Apps dienen dem reinen Zeitvertreib. Stattdessen steht fast immer spielerisches Lernen im Vordergrund. So sollen Kinder schon im Vorschulalter lesen, schreiben, oder den Umgang mit Zahlen und Fremdsprachen lernen können. Aber auch jene Spiele, die vordergründig keine Schulinhalte vermitteln, verdienen einen zweiten Blick. Meist geht es darum, die fünf Sinne zu schärfen oder Fertigkeiten wie Konzentrations-, Kombinations- und Koordinationsfähigkeit zu schulen. Auch kreative Talente oder soziale Intelligenz können durch digitale Medien gefördert werden.

Ein regelrechter Veteran der kurzweiligen Lernspiel-Apps ist der Matrose Fiete. In dieser Spiele-Serie helfen die Kinder dem Seemann, seine Abenteuer zu Land und zur See zu bewältigen. Die kleinen, altersgerechten Spiele sorgen nicht nur für Erfolgserlebnisse, sondern sollen auch soziale Kompetenz vermitteln. Und wenn das Kind den Seebären erst einmal ins Herz geschlossen hat, können Mama und Papa ganz einfach eine von vielen Fortsetzungen herunterladen.

Eine gut gemachte Bilderbuch-App wie zum Beispiel „Milli – kleine Schnecke, große Welt“ (für iOS und Android) verliert auch nach dem dritten Mal Vorlesen nichts von ihrer Fasziniation. Ihren pädagogischen Wert zieht die App aus der Geschichte und ihren Spaßfaktor aus wohlplatzierten Gags und witzigen Details, die es überall zu entdecken gibt.

Viele Bilderbuch-Apps bieten eine Vorlesefunktion, was viele Eltern dazu verleiten dürfte, das Kind mit der Geschichte allein zu lassen. Das wäre allerdings mehr als schade. Denn die tiefgründigen Erzählungen mit ihren interaktiven Elementen können auf Kinder einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und werfen manchmal große Fragen auf.

In „Ich warte“ (leider nur für iOS verfügbar) zum Beispiel zieht sich der sprichwörtlich rote Faden durch ein ganzes Leben. Mit feinen Strichen und einem hochpoetischen Gesamtkonzept erzählt die App vom Erwachsenwerden, der ersten Liebe und der Familiengründung, aber auch von den Schattenseiten des Daseins. Diese alters- und zeitlose Geschichte zweier Franzosen spricht Emotionen an, die schon kleine Kinder begreifen können und regt zu philosophischen Gesprächen an.

Wimmelbuch-Apps fördern den natürlichen Entdeckerdrang der Kinder. In der Wimmelburg zum Beispiel (für iOS und Android) lässt sich alles durch ein Fingertippen zum Leben erwecken. Die Märchenfiguren laden Kinder ab drei Jahren zu Suchspielen ein, erzählen Geschichten oder trällern ein Lied.

Die süße App „Ham ham“ handelt von den Tieren in Wald und Garten, die von den Kindern gefüttert werden müssen. Niedliche Vogelkinder, Raupen und Eichhörnchen führen die Kleinen in die heimische Tier- und Pflanzenwelt ein und begeistern sie mit vielen lustigen Effekten.

Auch im Spiel „Streichelzoo“ (für iOS und Android) geht es nicht ums Gewinnen, sondern um die Lust am Entdecken und Experimentieren. Der Inhalt: 21 Tiere aus der Feder von Star-Illustrator Christoph Niemann lassen sich durch Tippen, Ziehen und Drehen animieren, wobei passende Geräusche erklingen. Das ist so lustig und fantasievoll, dass sich Kleinkinder darüber genauso scheckig lachen können wie die Großen.

Fazit: Apps für Kids sind eine tolle Sache - wenn man sie richtig nutzt!

Die bunten Bilderwelten der Kinder-Apps lassen sich am besten gemeinsam erkunden. Die Kinder werden früh genug verlangen, dass Mama oder Papa das Tablet ganz aus der Hand gibt. Damit zeigen sie: Jetzt bin ich bereit, alleine zu spielen! Damit es nicht allzu schwer wird, die lieben Kleinen wieder vom Tablet loszueisen, sollte man die Spielzeit vorher festlegen. Viele Kinder-Apps haben entsprechend vorgesorgt und lassen die Stoppuhr in einem gut gesicherten Eltern-Bereich mitlaufen.

Artikelvom  02. Dezember 2016
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