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Die smarte Überwachung fürs Baby

von Rob Vegas

Philips läutet die nächste Generation von Babyphones ein. Wie smart ist die SCD620 im Alltag? Wir haben sie getestet.

Bisher habe ich keine sonderlich guten Erfahrungen mit Überwachungskameras für die Wohnstube gemacht. Vor einiger Zeit wollte ich den Kater daheim mit einer eigenen Kameralösung aus der Ferne mobil beobachten, doch schon die Installation und Einbindung der Kamera in das heimische WLAN gestaltete sich tückisch. Nun ist mein Sohn Tom auf dem Planeten Erde gelandet und ich gebe dem Philips Avent SCD620 eine Chance. Das System hatte schon bei der Installation eine echte Überraschung für mich parat.

Wie bekomme ich das Babyphone ins WLAN?

Überhaupt nicht. Man packt das Gerät aus, schaltet Kamera und Empfänger kurz ein und nach nicht mehr als vier Sekunden hat man ein Livebild auf seinem neuen Baby-Smartphone. Es werden keine CDs,Treiber und Downloads benötigt. Das System ist vollkommen autark und benötigt lediglich Strom. Dabei wirbt der Hersteller auch mit einer sicheren FHSS Verschlüsselung im 2,4 GHz Frequenzband. Das dürfte zwar von bösen Schurken ausgehebelt werden können, doch im Alltag macht es die Installation einfach sehr leicht. Das ist schon sehr smart angedacht und ungewohnt einfach, weil ich lediglich zwei Schalter umlegen muss. Selten hat es mir so viel Spaß gemacht, eine Kamera in Betrieb zu nehmen, weil ich mich nur um die Stromversorgung kümmern muss.

iOS? Android? App für das eigene Smartphone?

Das Avent Babyphone wirkt für 170 Euro sehr modern. Es baut seine eigene Verbindung auf, besitzt einen 2,7 Zoll großen Bildschirm und das Handheld kann bis zu zehn Stunden im ECO-Modus ohne Kabel genutzt werden. Das suggeriert mir als Vater eine Technologie, welche nah an mobilen Betriebssystemen ist. Jedoch kann man sein Tablet nicht mit dem Babyphone koppeln. Das macht die ganze Geschichte ein Stück weit komplexer. Philips punktet auf der einen Seite mit Livebild, einfacher Inbetriebnahme und moderner Verschlüsselung. Auf der anderen Seite gibt es keine Schnittstelle für unsere täglichen Begleiter in der Hosentasche. Bis zu 300 Meter Reichweite sollten in den meisten Wohnungen vollkommen ausreichen, doch setzt sich das System selbst seinen Rahmen. Es bietet alle Features, welche sich junge Eltern heute wünschen, aber verzichtet im gleichen Zug auf Apps, Integrations ins heimische WLAN und sonstige Konnektivität. Normalerweise müsste man diesen Umstand nun stark kritisieren, weil dem Babyphone damit moderne Features fehlen, aber ich sehe darin mittlerweile eher einen großen Vorteil.

Ein Puzzlestück im modernen Heim

Sender und Empfänger funktionieren einfach sehr gut. Das Livebild ist klar und die Kamera macht auch bei Nacht mit Infrarotaufnahme eine gute Figur. Mit einer App auf dem Telefon wäre die ganze Bedienung nicht mehr so simpel. Ich müsste die App öffnen, Funktionen anwählen und selbst viel aktiver sein. Stattdessen kann ich den Empfänger vom Babyphone durch die Räume mitnehmen und das System schaltet auch automatisch auf Nachtsichtmodus um. Ich muss mich nicht um Updates und Apps kümmern. Es hat bereits alle notwendigen Features mit an Bord. Dabei ist jedes Babyphone in erster Linie Etikettenschwindel. Es handelt sich meist um eine Kamera, welche ihre Bilder und Videos an ein mobiles Display sendet. Philips hat hier versucht, ein paar neue Funktionen einzubauen. So gibt es fünf beruhigende Schlaflieder, welche auch aus der Ferne aktiviert werden können. Man mute diese piepsigen MIDI-Lieder nur bitte keinem Baby der Welt zu. Sie klingen wie aus einer uralten Spielekonsole und sind nicht besonders liebevoll oder gar beruhigend für ein kleines Kind.

Der Sound ist ein Problem

Zwar hat das Gerät eine Gegensprechfunktion und kann die "beruhigenden" Schlaflieder abspielen, doch ist die Soundqualität bei einem Preis von ca. 170 Euro doch eher mau. Natürlich kann man bei diesen Geräten keine glasklare Gesprächsqualität verlangen, doch für den Preis hatte ich mir ein wenig mehr erhofft. Hier wurden anscheinend eher mittelmäßige Mikros und Lautsprecher verbaut. Andererseits muss auch irgendwo gespart werden. Wir haben hier eine Kamera und ein Handheld mit Display, welches sogar noch einen eigenen Akku eingebaut hat. Da bleiben halt bei der Herstellung keine 70 Euro mehr für guten Sound übrig. Spannender ist da schon das Bedienteil. Es braucht für maximal zehn Stunden kein Kabel. Man kann sich jederzeit den Sohneman in ziemlich guter Qualität ansehen. Damit wirkt es wie ein eigenes Baby-Smartphone, welches aber nicht über ein Touchdisplay bedient wird. Die Menüs sind etwas einfach gehalten, doch man findet sich hier schnell zurecht. Der Gedanke hinter der mobilen Einheit samt Akku ist toll, nur funktioniert die Kamera nicht nach dem gleichen Prinzip.

Reicht das Kabel bis zum Babybett?

Insgesamt mag ich diese Lösung von Philips sehr, weil sich die Entwickler viele Gedanken rund um die Nutzung im Alltag gemacht haben. Das komplette System wirkt in sich auch ohne Apps sehr stimmig. Leider hätte man nur ruhig noch einen Meter weiterdenken können. Babys liegen selten nur an einem Ort. So ist das Handheld zwar sehr mobil für etliche Stunden, doch die Kameraeinheit benötigt noch immer ein Kabel und damit den dauerhaften Netzbetrieb. Sie lässt sich zwar neigen und verstellen, aber es muss sich halt immer irgendwo eine Steckdose in Reichweite befinden. Hier hat man zwar bei Philips mitgedacht und legt ein sehr langes Kabel bei, doch richtig smart wirkt diese Einheit damit noch nicht. Hier würde ein Akku mit großer Leistung weitaus mehr Sinn machen. Es ist Fluch und Segen zugleich. Damit kann man das Kind zwar jederzeit überwachen und der Akku muss nicht erst ein paar Stunden geladen werden, doch leider ist die Kameraeinheit damit auch nicht sonderlich mobil.

Fazit

Für 170 Euro erhält man mit dem Philips Avent SCD620 eine moderne und gute Babyüberwachung. Das Bild ist überraschend gut und das Bedienteil macht im Alltag Spaß. Vor allem ist das komplette System stimmig aufgebaut und verzichtet auf jegliche Installation. Es funktioniert einfach sehr gut. In einer nächsten Version könnte man über einen Akku in der Kameraeinheit nachdenken. Insgesamt möchte ich als Papa dieses Baby-Smartphone aber nicht mehr missen.

 

  • Avent Video-Babyphone
    Avent Video-Babyphone
  • Bedienelemte vom Handheld
    Bedienelemte vom Handheld
  • Ein/Aus Schalter
    Ein/Aus Schalter
  • Verbindung mit Netzteil via USB
    Verbindung mit Netzteil via USB
  • Wandhalterung der Kamera
    Wandhalterung der Kamera
  • Gürtel-Halterung für das Babyphone
    Gürtel-Halterung für das Babyphone
  • Kameraeinheit vom Babyphone
    Kameraeinheit vom Babyphone
Artikel vom   03. Mai 2016
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