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Ausprobiert: Withings Steel HR - die smarte Analoguhr

von Stefan von Gagern

Withings will mit der Steel HR smarte Funktionen in den Look einer klassischen Analoguhr verpacken. Wir haben ausprobiert, wie gut das klappt.

Withings macht eigentlich Smartwatches für alle, die beim Gedanken an die Smartwatch die Nase rümpfen. Schon der Vorgänger zur Steel HR, die Activité, sah aus wie eine klassische Analoguhr. Sie kam mit nur einer Smartwatch-Funktion, wie der Name verrät, der Aktivitäts-Aufzeichnung. Es gilt bei dem Modell, einfach den zusätzlichen Zeiger mit der Schrittanzahl einmal im Kreis zu bewegen, um so das tägliche Aktivitätsziel zu erreichen.

Analog mit verstecktem Display

Die Steel HR knüpft an dieses Rezept an, zeigt mit zwei Zeigern einmal Uhrzeit und Bewegung auf einen Blick, fügt aber in das immer noch sehr klassisch und analog aussehende Ziffernblatt ein rundes Mini-Display hinzu. Das hält sich durch Größe und die gleiche Farbe wie im Ziffernblatt sehr im Hintergrund. Wer also analoge, klassische Uhren mag, fühlt sich hier immer noch zuhause. Dank dem neuen Display und mehr Elektronik unter der Haube bietet die Steel HR eine umfassende Gesundheitsaufzeichnung: Steel HR kann die Herzfrequenz beim Training ohne Brustgurt mit zwei leuchtenden LEDs an der Unterseite messen und den Durchschnittspuls im Alltag und beim Schlafen aufzeichnen. Da die Steel HR mit einer Akkuladung bis zu sechs Wochen durchhalten kann und nicht wie viele Smartwatch Konkurrenten à la Apple Watch praktisch jede Nacht geladen werden muss, ist hier die Rundum-Aufzeichnung möglich und sinnvoll.

Das neue Display ist das Highlight der Steel HR und erweitert ihre Fähigkeiten enorm: Es kann nicht nur die aktuellen Gesundheitsdaten anzeigen, sondern hilft auch öfter, das Smartphone in der Tasche zu lassen, in dem es E-Mails und Textnachrichten anzeigt sowie an Kalendertermine erinnert. Was im Display erscheint lässt sich mit dem einzigen Knopf der Uhr steuern. Zum Lesen langer Nachrichten ist es sicher weder optimal noch gedacht, aber es reicht, um zu erkennen, wann sich der Griff zum Smartphone lohnt.

Die Steel HR ist eine Uhr mit App-Steuerung

Das Einrichten der Uhr funktioniert nach dem Aufladen sehr schnell mit der kostenlosen Withings Health Mate-App. Damit lassen sich sowohl die Uhrzeit, als auch Benachrichtigungen einstellen sowie die Funktion, was im Display angezeigt werden soll. Auch tägliche Bewegungsziele können Sie hier einstellen oder verfügbare Updates für die Uhrensoftware starten. So können Sie zum Beispiel die Empfehung der Weltgesundheitsorganisation von 10.000 Schritten als Ziel einstellen und müssen dann entsprechend versuchen, den Zeiger mit Bewegung auf hundert Prozent zu füllen. Die Health Mate-App dient als persönliche Gesundheitszentrale und kann auch Daten von anderen Geräten des Herstellers wie Gewicht, Muskel und Fettmasse von der smarten Waage Body Cardio  und zum Beispiel dem drahtlosen Blutdruckmessgerät Blood Pressure Monitor sammeln und in Grafiken anzeigen. Werte wie Gewicht, Schlaf und Bewegung werden in einem Kleeblatt-Diagramm überschaubar. In einem Dashboard zeigt die App Veränderungen wie verlorenes Gewicht oder die Aktivität. So werden Veränderungen über die Zeit übersichtlich und die Aufzeichnung der Aktivität ohne Notizzettel und Trainingsplan vollautomatisiert. Die Health Mate-App kann auch mit anderen Fitness-Apps oder Apples Gesundheitszentrale Health kommunizieren. So können auch Daten über Kalorienaufnahme gesammelt und ausgewertet werden.

Langläufer mit Schlafmodus

Es ist nicht nur erstaunlich, wie viel smarte Funktionen Withings in ein so schlankes Uhrengehäuse packen konnte, vor allem beeindruckt der Akku, der laut Hersteller alle Herzfrequenz-Tracker auf dem Markt schlägt. Tatsächlich haben wir schon viele Armbänder und Smartwatches ausprobiert, aber 25 Tage kontinuierliche Herzfrequenzmessung sind eine Top Marke. Danach schaltet die Uhr in einen Energiesparmodus und kann weitere 20 Tage immerhin die Aktivitäten wie Laufen weiter tracken. Schlaf erkennt die Steel HR automatisch und kann am Handgelenk mit einem sanften Vibrationsalarm wecken. Sehr praktisch ist auch, dass sie beim Schwimmen und in der Dusche am Handgelenk bleiben kann. Mit Wasserdichte bis 50 Meter dürfte sie für Triathleten und Wasserratten eine gute Wahl sein.

Eine Analog-Uhr soll und muss natürlich neben der Technik auch optisch gefallen und sich edel anfühlen. Nach den Hochglanz-Fotos der Website waren unsere Erwartungen an die Steel HR hoch. Sie sieht tatsächlich klassisch aus und wirkt auch in der von uns getesteten, breiteren 40 mm-Variante schlank und elegant am Handgelenk. Das Gehäuse fühlt sich edel an, leider können nur das Armband und die Schließe nicht mithalten, die irgendwie etwas billig wirken. Geladen wird die Steel HR von einem proprietären Ladekabel, das sich magnetisch an die Uhr einrastet. Auch das wirkt wie billiges Plastik. Der Nachteil fällt aber weniger ins Gewicht, da die Uhr nicht oft ans Ladekabel muss. Zudem liegt ihr Preis ab 189,95 Euro noch im oberen Aktivitätstracker-Bereich und unter dem Smartwatch-Durchschnitt.

Zwischen Armbändern und Smartwatches

Wer sich weder mit Fitness-Armbändern noch mit Smartwatches so recht anfreunden kann, ist vielleicht ein Fall für die Steel HR: Sie ist zwar im Funktionsumfang nicht durch Apps erweiterbar wie eine Apple Watch, bringt aber alle Funktionen die sich die meisten wünschen mit und tarnt sie in einem analogen Gewand. Auch im täglichen Betrieb kümmert sie sich um die Rundum-Überwachung fast vollautomatisch und verschont den Anwender mit Batterie-Stress. Der Hauptzweck, die Motivation, sich mehr zu bewegen, die Herzfrequenz im Auge zu behalten, sowie länger und besser zu Schlafen, funktioniert mit der Steel HR hervorragend.

Artikel vom   18. April 2017
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