Der Chat ist momentan leider nicht verfügbar

  • iStock-510476986-slb.jpg

Alarmanlage und Co: So können Sie Ihr Unternehmen schützen

von Franziska Wischmann

Mit smarter Sicherheitstechnik wie einer Alarmanlage können Sie sich vor Einbrechern schützen. Was Sie sonst noch beachten sollten, erfahren Sie hier.

Aktuell gibt es spannende neue Zahlen, die Mut machen: In die Polizeistatistik von Köln und Leverkusen gingen im Mai dieses Jahres in einem Zeitraum von sechs Tagen 69 Einbrüche ein. Interessanterweise wurden davon nur 36 Einbrüche vollendet, 33 Einbruchversuche scheiterten, also knapp die Hälfte der Einbrecher kam nicht ans Ziel.

Der Erfolg, Einbrüche offensichtlich vereiteln zu können, spiegelt sich auch im deutschlandweiten Trend wider. Auch wenn die Einbruchszahlen im gesamten Bundesgebiet mit rund 151000 immer noch hoch liegen, die Richtung ist durchaus vielversprechend: Nicht nur, dass die Zahl der Einbrüche im Vergleich zu den letzten 10 Jahren 2016 erstmals um rund 10 Prozent zurückging. Vor allem stieg der Anteil der gescheiterten Versuche – von 30 Prozent in 2003 auf 44 Prozent in 2016.

Das Invest in eine Alarmanlage kann sich lohnen

Laut Einschätzung von Experten der Kriminalpolizei liegt das vor allem am verstärkten Einsatz von Sicherheitstechnik. Es scheint sich also wirklich zu lohnen, in eine gute Sicherheitstechnik, zum Beispiel in eine Alarmanlage zu investieren – und zwar sowohl für den privaten Wohnraum als auch für Unternehmen. Während in privaten Haushalten das Eindringen in die Intimsphäre von Betroffenen als extreme psychische Belastung wahrgenommen wird, steht bei Gewerbebetreibenden vor allem die Furcht vor finanziellen Schäden einer ganz anderen Größenordnung im Vordergrund. Denn der Diebstahl von Tablets, Laptops, Flachbildschirmen inklusive sensibler Daten von Geschäfts- und Kundenbeziehungen kann für manchen Firmenchef schnell zu einer Frage der Existenz werden.

Eins kommt noch erschwerend hinzu: Viele Maßnahmen, die in Wohnungen sinnvoll sind, wie etwa Anwesenheit durch Licht und Musik vorzutäuschen, wenn man nicht zu Hause ist, führen bei Gewerbeobjekten ins Leere. Auch die Nähe zu Nachbarn und Freunden, die mal nach dem Rechten schauen könnten, ist oft nicht gegeben. Umso wichtiger sind gute Schließanlagen und smarte Überwachungssysteme, die frühzeitig Alarm schlagen.

5 Minuten ist die magische Zahl

Die Kriminalpolizei hat mit flächendeckenden Aufklärungskampagnen wie K-Einbruch und Riegel vor! einen großen Anteil daran, dass Täter immer häufiger gestoppt werden. Um den Zusammenhang zwischen Sicherheitstechnik und Einbruchgefahr zu verstehen, haben Kriminalexperten das Schema analysiert, nachdem Täter vorgehen. Und das ist tatsächlich ein immer wiederkehrendes Muster. Der überwältigend große Teil der Täter schlägt in der Dämmerung zu, weswegen die Wintermonate von November bis März nach wie vor gefährlich sind. Außerdem suchen Einbrecher den einfachsten und schnellsten Weg, um reinzukommen und möglichst nicht entdeckt zu werden. In der Regel brechen sie den Versuch ab, wenn sie es nicht innerhalb von maximal fünf Minuten geschafft haben.

Widerstandsklassen erhöhen – das ist die Basis

Also ist alles gut, was das Zeitmanagement empfindlich stört. Widerstandsklassen heißt das im Fachjargon und die lassen sich in Zeiteinheiten messen. Europaweit werden sie in RC, "Resistance Classes”, eingeteilt. RC2 bedeutet zum Beispiel, dass Fenster und Türen einem Einbruch 15 Minuten standhalten würden. Türen lassen sich schwer aufbrechen, wenn sie eine Mehrfachverriegelung haben, die mit Hintergreifhaken und einer ausreichend starken Bändersicherung ausgerüstet ist. Die muss ringsum stark genug mit dem Mauerwerk verankert sein. Auch eine Zylinderabdeckung, die nicht aufgebohrt werden kann, gehört inzwischen zum Standardrepertoire. Was Experten noch empfehlen? Querriegelschlösser. Die sind gut sichtbar und machen schon auf den ersten Blick wenig Mut, daran zu manipulieren. Für die Fenster gibt es rundum laufende Sicherheitsbeschläge mit so genannten Pilzkopfzapfen, die diese Einfallstore einbruchsicher machen. Sie aufzustemmen, würde wertvolle Zeit kosten.

Eine Erkenntnis gibt es tatsächlich: Die beste Alarmanlage nützt nichts, wenn Türen nicht ausreichend mechanisch gesichert sind. Denn die Täter sind schnell und oft über alle Berge, wenn die Polizei eintrifft. Trotzdem gelten smarte Sicherheitssysteme, zu denen Alarmanlagen, Bewegungsmelder, Infrarot Bewegungsmelder, Überwachungskameras und Fenster- und Türkontakte gehören, inzwischen als sehr gute flankierende Maßnahme – insbesondere für Gewerbetreibende. Sie nehmen dem Einbrecher nicht nur Zeit, unentdeckt aktiv zu werden. Sie erkennen einen Einbruch sofort und melden ihn ohne Zeitverlust weiter. Entweder an den Besitzer oder direkt an einen angeschlossenen Wachdienst.

Solche Maßnahmen decken sich durchaus mit dem, was konkret von Spezialisten empfohlen wird, zum Beispiel, dass man bei der sogenannten „Außenhautüberwachung“ die Öffnungen des Objekts mit Hilfe von Kameras im Auge behält. Für ebenso sinnvoll halten sie die „Schwerpunktüberwachung“, die mit Bewegungsmeldern die besonders kritischen Bereiche des Objekts ausleuchtet. Bereiche, die der Täter betreten muss, wenn er sich im Objekt bewegt (z. B. Flur oder Treppenhaus) sollten ebenfalls mit Bewegungsmeldern gesichert werden. Im Fachjargon heißt das „Fallenüberwachung“. Fenster und Türen können mit Öffnungsmeldern überwacht werden. Eine mögliche Manipulation führt sofort zu einer Benachrichtigung auf dem Smartphone. Zur Kontrolle von Räumen empfehlen Experten Infrarot-Bewegungsmelder. Eine solch intelligente Steuerung funktioniert übrigens über Smart Home Systeme wie EinfachSmart. Wer ihre Funktionsweise und die Interaktionen genau verstehen will, kann sich die Abläufe in unserem Smart Living Haus anschauen.

Eins noch zum Schluss: Im Zusammenhang mit einer guten Prävention spielt auch bei Gewerbeimmobilien das wachsame Auge von Anwohnern eine nicht ganz unerhebliche Rolle. Wem unbekannte Personen auffallen, die plötzlich um ein Gebäude schleichen, der sollte lieber einmal früher als später die Polizei über Notruf 110 anrufen.

 

Artikel vom   01. September 2017
Speichern Abbrechen
Ähnliche Artikel