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3 neue Wege der Paketzustellung

vonFranziska Wischmann

Der Onlinehandel blüht und mit ihm die Paketbranche. Aktuell kommt sie auf 2,3 Milliarden Sendungen pro Jahr. Tendenz rasant steigend. Der große Zuwachs generiert neue Modelle der Paketzustellung. Ob per Drohne, Paketbox oder via Kofferraum – in dem Thema ist definitiv Musik drin.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In den nächsten fünf Jahren soll die Zahl an Paketlieferungen auf über 3 Milliarden Sendungen steigen. Was die Onlinebranche so befeuert? Dass die Konsumenten immer bequemer werden. Für ihre Paketzustellung möchten sie sich möglichst keinen Millimeter bewegen. Lästiges Hinterherlaufen? Ein No-Go! Schon die Paketzustellung in der Nachbarschaft wird als Einschränkung empfunden. Kein Wunder, dass die Branche unter Hochdruck an neuen Lösungen arbeitet.

Smart Living auch bei der Paketzustellung

Dafür gibt es spannende Entwicklungen. Die bekannteste kommt vom Branchenprimus DHL. Neben den gängigen Packstationen an Bahnhöfen, Universitäten und anderen öffentlichen Plätzen, die es schon seit einigen Jahren gibt, bietet DHL inzwischen Paketkästen für Ein- und Zweifamilienhäuser an. Kaufpreis: 99 Euro und 1,99 Euro pro Monat, wenn man lieber mieten will. Getestet wird gerade eine Variante für Mietshäuser. Kunden bekommen nach der Online-Registrierung einen Chip, der wie ein elektronischer Schlüssel funktioniert. Per SMS werden sie informiert, sobald ihre Sendung im Fach liegt. Retouren funktionieren auf dem gleichen Weg – nur vice versa. Serienreif soll das smarte Paket-Fach im ersten Quartal 2016 werden. Nicht uninteressant ist auch die Kompatibilität mit anderen Paketzustellern, die mit eingebunden werden sollen. An einer gemeinsamen Lösung scheinen alle interessiert zu sein.

Paketboxen auf dem Vormarsch

Ungeachet dieser Entwicklung gibt es weitere interessante Ansätze aus der Logistikbranche. Schon auf dem Markt ist eine Paket-Filztasche von Locumi, die an die Wohnungstür angebracht werden kann. Sie kostet einmalig 129 Euro oder 9,90 Euro als Miete und kann von allen großen Paketdiensten beliefert werden. Sogar Supermarktlieferungen sind denkbar, nachdem der Kunde eine Abstellgenehmigung erteilt hat (www.locumi.de). In die gleiche Richtung geht die Lockbox. Das sind Kunststoffboxen, die sich an die Haustür ketten lassen, von unterschiedlichen Zustelldiensten beliefert werden. Retouren funktionieren auf dem gleichen Weg. (www.lockboxsystem.com)

Drohnen als Paketzusteller?

Auch wenn der Onlineprimus Amazon (Prime Air) sowie Paketzusteller wie DHL und UPS an Lösungen aus der Luft arbeiten und zu Testzwecken bereits Drohnen in die Luft schicken – Insider zweifeln, dass es die Luftnummer zur Marktreife schaffen wird. Es gibt zu viele Hindernisse, die man überwinden müsste. Drohnen können nur Pakete bis zu einem Gewicht von 3,2 Kilo transportieren. Die Reichweite liegt bei 16 Kilometern, was erforderlich macht, dass Kunden maximal 8 Kilometer vom Logistikzentrum entfernt wohnen. Und dann ist da noch die Flugaufsichtsbehörde, die den Traffic von Tausenden von Drohnen koordinieren müsste. Trotzdem ist der Film dazu ganz lustig: 

Pakete im Kofferraum

Spannend und realistisch dagegen sind die Kooperationen zwischen Paketzustellern und Autofirmen wie Audi und Volvo. Seit neuestem ist auch Mercedes mit seinem Smart dabei. Über eine App bekommt der Zusteller GPS Daten zum Standort des Fahrzeuges sowie einen Zugang zum Kofferraum. Liegt das Paket sicher im Wagen, verriegelt dieser sich automatisch wieder. Und der Besitzer kann später völlig entspannt nach Hause fahren. 

Fotos: oben & mittig © Thinkstock, unten © Volvo

Artikelvom  08. Dezember 2015
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